Der Wert regulatorischer Konformität
Bei der Fahrzeugentwicklung stehen vor allem technische Details im Fokus, wie Beschleunigung und Verbrauch, die Ausstattung mit digitalen Assistenz-Systemen oder raffinierten Features unter der Motorhaube. Doch den Innovationen der Fahrzeugindustrie sind gesetzgeberische Grenzen gesetzt. Denn am Ende des Entwicklungsprozesses muss der Hersteller nachweisen, dass das Fahrzeug allen regulatorischen Anforderungen entspricht – die sogenannte Homologation.
Sie ist die Voraussetzung für den Marktzugang. Dieser entsteht heute nicht durch ein einzelnes Genehmigungsdokument. Er entsteht durch ein regulatorisches Szenario. Dieses Szenario umfasst eine ganze Reihe unterschiedlicher Aspekte und deren Zusammenspiel, die es in der Organisation abzubilden gilt. Gibt es hier Lücken, entstehen regulatorische Risiken, wie etwa die zu späte Einbindung von Compliance-Funktionen oder die unzureichende Verzahnung von Entwicklung, Software und Recht.
Verschärft wird die Situation durch eine hohe Innovationsgeschwindigkeit der Automobilbranche und der daraus resultierenden großen Dynamik der Regulierung durch die EU. Umso mehr gilt: Technische Exzellenz ohne strukturelle Verankerung genügt nicht. Wer regulatorische Exzellenz früh integriert, verschafft sich einen strukturellen Vorteil. Wer sie als nachgelagerten Prüfprozess betrachtet, bezahlt mit Zeit, Kapital und Reputation.
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